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Mischa Barmettler

Aktien

Was es heisst, einen Teil einer Firma zu besitzen, wie dir Aktien mit Kursgewinnen und Dividenden Geld bringen und warum es riskant ist, dein Erspartes in eine einzige Firma zu stecken.

Kernaussage

Eine Aktie ist ein kleiner Teil einer Firma. Sie gibt dir einen Anteil am Gewinn, den die Firma ausschüttet, und in der Regel eine Stimme. Du verdienst auf zwei Arten: Der Kurs kann steigen, und die Firma kann eine Dividende zahlen. Kurs und Dividende können aber auch sinken, bis auf null. In der Schweiz kaufst du Aktien über eine Bank oder einen Broker. Kursgewinne im Privatvermögen sind in der Regel steuerfrei, Dividenden zählen als Einkommen.

Was ist eine Aktie?

Eine Aktie ist ein kleiner Teil einer Firma. Eine Firma, die Geld für ihr Wachstum braucht, kann ihr Eigentum in Aktien aufteilen und diese verkaufen. An einer Börse können die Aktien dann an jedem Handelstag den Besitzer wechseln. Mit Aktien bist du Mitbesitzerin oder Mitbesitzer: Du hast einen Anspruch auf den Gewinn, den die Firma ausschüttet, und in der Regel eine Stimme an der Generalversammlung.

Ist eine Firma in 1'000 gleiche Aktien aufgeteilt und du kaufst 100 davon, gehören dir 10 % der Firma: 10 % der Stimmen und 10 % des Gewinns, den sie ausschüttet. Eine Firma an der Börse ist in Millionen von Aktien aufgeteilt. 100 davon sind also ein viel kleinerer Anteil, aber die Rechnung ist dieselbe.

Wie verdienst du mit Aktien Geld?

Angenommen, du kaufst 100 Aktien zu je CHF 50, insgesamt CHF 5'000, und schaust ein Jahr später wieder hin:

100 Aktien, gekauft zu CHF 50, ein Jahr später
  • Kursgewinn, CHF 50 → 56 je Aktie: CHF 600.00
  • Dividende, CHF 1.50 je Aktie: CHF 150.00

Ist der Kurs auf CHF 56 gestiegen, sind deine Aktien CHF 5'600 wert: ein Gewinn von CHF 600.00 oder 12,0 %. Hat die Firma zudem eine Dividende von CHF 1.50 je Aktie bezahlt, erhältst du CHF 150.00, weitere 3,0 %, vor Steuern. Zusammen sind das CHF 750.00 auf CHF 5'000 oder 15,0 %. Der Kursgewinn wird erst zu Geld, wenn du verkaufst. Die Dividende erhältst du meist als Geld auf dein Konto.

Was haben Aktien gebracht?

Auf lange Sicht hat sich der Besitz von Aktien gelohnt. Von 1900 bis 2025 wuchsen Schweizer Aktien um 6,8 % pro Jahr, mit Zinseszins gerechnet und mit wieder angelegten Dividenden. Das ist die gleichmässige Jahresrendite, die zum selben Endbetrag führt. Es ist mehr, als Obligationen in Franken oder ein Sparkonto einbrachten, wie die Seite zu Risiko und Rendite zeigt. In 37 dieser 126 Jahre verloren Schweizer Aktien aber an Wert, und 2008 fielen sie um 34,0 %. Die Zahlen stammen aus der Studie der Genfer Bank Pictet zu Schweizer Renditen seit 1900 (Februar 2026).

Der Haken

Keiner der beiden Wege ist garantiert. Kurse fallen ebenso, wie sie steigen, und können jahrelang tief bleiben. Das ist die Volatilität. Dividenden können gekürzt oder gestrichen werden. Und geht eine Firma pleite, werden ihre Aktionärinnen und Aktionäre zuletzt bezahlt, nach allen, denen sie Geld schuldet. Im schlimmsten Fall bleibt dann nichts: Eine einzelne Aktie kann auf null fallen.

Wie tief eine einzelne Aktie fallen kann, zeigt die Credit Suisse. CHF 10'000, Ende 2006 in ihre Aktien angelegt, waren noch CHF 96 wert, als die UBS die Bank am 12. Juni 2023 übernahm. Die UBS gab eine eigene Aktie für 22,48 Aktien der Credit Suisse: ein Verlust von 99,0 %. Pleite ging die Bank nicht: Ihre Aktionärinnen und Aktionäre erhielten noch etwas, während manche ihrer Obligationen vollständig abgeschrieben wurden. Dieselben CHF 10'000 im SMI, dem Index der grössten Schweizer Firmen, wuchsen auf CHF 12'863.

CHF 10'000 in Aktien der Credit Suisse und im SMI, nur Kurse

Ende 2006

  • Aktien der Credit Suisse: CHF 10'000
  • SMI: CHF 10'000

12. Juni 2023

  • Credit Suisse, als UBS-Aktien: CHF 96
  • SMI: CHF 12'863

Beide Zahlen zählen nur die Kurse: ohne Dividenden und bei der Credit Suisse ohne die Bezugsrechte aus ihren Kapitalerhöhungen, die einen eigenen Wert hatten. Die Dividenden, die die Credit Suisse in diesen Jahren zahlte, milderten den Verlust, ändern am Gesamtbild aber nichts. Ihr Kurs Ende 2006, CHF 85.25, stammt aus ihrem Geschäftsbericht 2008, das Umtauschverhältnis von der UBS, die übrigen Kurse von SIX.

Darum sollte der grösste Teil deines Geldes nicht von einer einzigen Firma abhängen. Viele Firmen auf einmal zu besitzen, zum Beispiel über einen Fonds, heisst Diversifikation: Ein Ausfall kostet dich dann einen kleinen Teil deines Ersparten statt alles.

Wie kaufst du Aktien in der Schweiz?

Aktien kaufst du über eine Bank oder einen Online-Broker, der deinen Auftrag an eine Börse weiterleitet. Grosse Schweizer Firmen sind an der SIX Swiss Exchange in Zürich kotiert. Jeder Kauf und jeder Verkauf kostet eine Courtage, die Gebühr deiner Bank oder deines Brokers pro Auftrag. Über eine Schweizer Bank oder einen Schweizer Broker kommt die Stempelsteuer dazu, genauer die Umsatzabgabe: 0,075 % auf Schweizer und 0,15 % auf ausländischen Aktien, Stand 2026. Kaufst du für die CHF 5'000 aus dem Beispiel Schweizer Aktien, sind das CHF 3.75. Für eine erste Anlage verteilt ein Fonds oder ETF dein Geld mit einem Kauf auf viele Firmen. Das ist einfacher, als einzelne Aktien auszuwählen.

Steuern auf Aktien

Kursgewinne auf Aktien in deinem Privatvermögen sind in der Schweiz in der Regel steuerfrei. Das gilt nicht, wenn die Steuerverwaltung dich als gewerbsmässige Wertschriftenhändlerin oder gewerbsmässigen Wertschriftenhändler einstuft, etwa weil du sehr viel handelst. Dividenden werden als Einkommen besteuert. Schweizer Firmen ziehen davon 35 % Verrechnungssteuer ab. Wohnst du in der Schweiz, erhältst du sie über die Steuererklärung zurück. Frag vor deinem ersten Kauf deine Bank oder deinen Broker, was dich ein Handel kostet, Courtage und Stempelsteuer zusammen.

Das Wichtigste in Kürze

  • —Eine Aktie ist ein kleiner Teil einer Firma, mit einem Anspruch auf den Gewinn, den sie ausschüttet, und in der Regel einer Stimme.
  • —Du verdienst auf zwei Arten: mit einem steigenden Aktienkurs und mit Dividenden.
  • —Geht eine Firma pleite, werden die Aktionärinnen und Aktionäre zuletzt bezahlt. Eine einzelne Aktie kann deshalb auf null fallen.
  • —Von 1900 bis 2025 wuchsen Schweizer Aktien um 6,8 % pro Jahr, mit Zinseszins gerechnet, verloren aber in 37 der 126 Jahre an Wert.
  • —In der Schweiz sind Kursgewinne auf Aktien im Privatvermögen in der Regel steuerfrei, Dividenden werden als Einkommen besteuert.

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