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Mischa Barmettler

Anlageklassen

Was Aktien, Obligationen, Bargeld und Immobilien als Kategorien sind, wie du mit jeder davon Geld verdienst und warum sie zu verschiedenen Zeiten steigen und fallen.

Kernaussage

Eine Anlageklasse ist eine Gruppe von Anlagen, die gleich funktionieren. Mit einer Aktie besitzt du einen Teil einer Firma, mit einer Obligation leihst du Geld aus. Bargeld ist ein Guthaben bei der Bank, und Immobilien vermietest du oder bewohnst sie selbst. Weil sie auf verschiedene Art Ertrag bringen, steigen und fallen sie zu verschiedenen Zeiten. Darum lohnt es sich, sie zu mischen.

Was ist eine Anlageklasse?

Eine Anlageklasse ist eine Gruppe von Anlagen, die gleich funktionieren. Die vier wichtigsten sind Aktien, Obligationen, Bargeld und Immobilien. Weil jede auf ihre eigene Art Ertrag bringt, verhalten sie sich verschieden. Wie du dein Geld auf die Anlageklassen verteilst, heisst Asset Allocation (auf Englisch).

Wie unterscheiden sich die vier Anlageklassen?

So schneiden sie im Vergleich ab:

  • Aktien

    Was du besitzt
    Einen kleinen Teil einer Firma
    Was es dir bringt
    Kursgewinne und Dividenden
    Wie stark es schwankt
    Am stärksten: Das schlechteste Jahr Schweizer Aktien war −34,0 % (2008)
    Wie schnell es zu Geld wird
    An jedem Handelstag verkäuflich, das Geld kommt zwei Börsentage später, ab Oktober 2027 einen Börsentag später
  • Obligationen

    Was du besitzt
    Ein Darlehen an einen Staat oder eine Firma
    Was es dir bringt
    Zins, und am Ende wird das Darlehen zurückbezahlt
    Wie stark es schwankt
    Weniger: Das schlechteste Jahr von Obligationen in Franken war −12,1 % (2022)
    Wie schnell es zu Geld wird
    Vor Ende der Laufzeit verkäuflich, zum Marktpreis
  • Bargeld

    Was du besitzt
    Geld auf einem Bankkonto
    Was es dir bringt
    Zins
    Wie stark es schwankt
    Der Kontostand sinkt in Franken kaum, verliert aber an Kaufkraft, wenn die Preise schneller steigen als der Zins
    Wie schnell es zu Geld wird
    Meist innert Tagen. Viele Banken begrenzen Bezüge vom Sparkonto
  • Immobilien

    Was du besitzt
    Ein Gebäude oder über einen Fonds einen Anteil daran
    Was es dir bringt
    Mieten und Veränderungen des Preises
    Wie stark es schwankt
    Wenig und langsam, aber die Preise können jahrelang fallen
    Wie schnell es zu Geld wird
    Braucht Zeit zum Verkaufen, mit Kosten und einer Steuer auf dem Gewinn

Am stärksten wachsen und am tiefsten fallen können Aktien (auf Englisch). Ihr schlechtestes Jahr seit 1900 hatten Schweizer Aktien 2008, mit −34,0 %. Du kannst sie an jedem Handelstag verkaufen, das Geld kommt zwei Börsentage später, ab Oktober 2027 einen. Weniger schwanken Obligationen (auf Englisch). Sie zahlen dir Zins, und ihr schlechtestes Jahr war 2022, mit −12,1 %. Bargeld verliert in Franken kaum an Wert, und Immobilien bewegen sich langsam, können aber jahrelang fallen. Die Zahlen für Aktien und Obligationen stammen aus der Studie von Pictet zu Schweizer Renditen seit 1900.

Warum bewegen sie sich verschieden?

Verschiedene Klassen reagieren auf verschiedene Nachrichten. 2008 fielen Schweizer Aktien um 34,0 %, während Obligationen in Franken um 4,5 % zulegten: Viele wechselten in Obligationen, die sie für sicher hielten. Klassen zu halten, die nicht gemeinsam fallen, darum geht es bei der Diversifikation (auf Englisch). Garantiert ist das nicht: 2022, als die Zinsen sprangen, fielen beide, Aktien um 16,5 % und Obligationen um 12,1 %. In den 126 Jahren seit 1900 fielen beide nur 8-mal im selben Jahr.

Ist ein Fonds eine Anlageklasse?

Ein ETF oder ein Indexfonds ist ein Behälter, keine Anlageklasse. Es zählt, was darin steckt: Ein Aktienfonds verhält sich wie Aktien, ein Obligationenfonds wie Obligationen. Ein Immobilienfonds hält Immobilien, aber ist er kotiert, bewegt sich sein Kurs auch mit der Börse.

Der Haken

Auch Immobilien können jahrelang fallen. Und sie können ruhiger wirken, als sie sind, weil ihre Preisindizes auf wenigen Schätzungen pro Jahr beruhen, während sich Aktienkurse den ganzen Tag bewegen. Die Angebotspreise für Schweizer Einfamilienhäuser lagen 1999 um 23,1 % tiefer als 1989 und übertrafen dieses Niveau erst 2010 wieder. Die tatsächlich bezahlten Preise für Häuser bewegten sich in Franken kaum. Rechnet man aber die Teuerung heraus, lag jeder Index 1999 tiefer als 1989, um 14,5 % bis 38,9 %. Die Zahlen sind Preisindizes von Wüest Partner, IAZI und Fahrländer Partner, veröffentlicht von der Schweizerischen Nationalbank, und der Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamts für Statistik.

Wohnen und Immobilienfonds

Die meisten Haushalte in der Schweiz wohnen zur Miete: 2024 wurden laut dem Bundesamt für Statistik 35,7 % der Wohnungen von ihren Eigentümerinnen und Eigentümern bewohnt. Viele besitzen Immobilien deshalb nur indirekt, über ihre Pensionskasse oder einen Immobilienfonds. Verlangst du dein Geld direkt vom Fonds zurück, zahlt ein Schweizer Immobilienfonds in der Regel nur auf das Ende seines Rechnungsjahres aus. Kündigen musst du 12 Monate im Voraus. Die meisten solchen Fonds sind aber an der Börse kotiert. Ihre Anteile kannst du deshalb in der Regel an jedem Handelstag an andere verkaufen. Verkaufst du selbst eine Liegenschaft, zahlst du auf dem Gewinn eine Grundstückgewinnsteuer, die der Kanton erhebt, in manchen Kantonen die Gemeinde. Die Steuer wird aufgeschoben, soweit du den Erlös innert angemessener Frist in ein neues Eigenheim in der Schweiz steckst. Das gilt, wenn die Liegenschaft dauernd dein Zuhause war, du keinen Teil davon vermietet hast und du im neuen Eigenheim ebenso wohnst. Schau im Factsheet deines Fonds nach, welche Anlageklassen er hält.

Das Wichtigste in Kürze

  • —Mit einer Aktie besitzt du einen Teil einer Firma, mit einer Obligation leihst du Geld aus. Bargeld ist ein Guthaben bei der Bank, Immobilien vermietest du oder bewohnst sie selbst.
  • —Das schlechteste Jahr Schweizer Aktien seit 1900 war −34,0 % (2008), das von Obligationen in Franken −12,1 % (2022).
  • —Aktien und Obligationen fielen in den 126 Jahren seit 1900 nur 8-mal im selben Jahr, zuletzt 2022.
  • —Ein Fonds ist ein Behälter, keine Anlageklasse: Es zählt, was er hält.

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