Inflation
Wie steigende Preise schmälern, was dein Geld kaufen kann, warum Bargeld mit der Zeit an Wert verliert und warum eine Rendite erst nach Abzug der Teuerung zählt.
Kernaussage
Inflation nimmt dir keine Franken vom Konto, aber jeder Franken kauft weniger. In den 30 Jahren bis 2025 stiegen die Preise in der Schweiz um 0,6 % pro Jahr. CHF 10'000 als Bargeld verloren so 16,3 % ihrer Kaufkraft. Bei 2 % pro Jahr, der Obergrenze der SNB für Preisstabilität, wären es 44,8 % gewesen.
Was ist Inflation?
Inflation, in der Schweiz auch Teuerung genannt, ist der allgemeine Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen im Lauf der Zeit. Steigen die Preise, kauft jeder Franken etwas weniger. Dein Kontostand bleibt gleich, aber was du damit bezahlen kannst, schrumpft. In der Schweiz misst das Bundesamt für Statistik die Teuerung mit dem Landesindex der Konsumentenpreise. Er verfolgt die Preise eines typischen Warenkorbs der Haushalte.
Wie stark sind die Preise in der Schweiz gestiegen?
Die Preise in der Schweiz sind langsam gestiegen, wenn auch nicht jedes Jahr. Nach dem Index des Bundesamts für Statistik stiegen die Konsumentenpreise in den 10 Jahren bis 2025 um insgesamt 7,6 %. In 20 Jahren waren es 10,4 %, in 30 Jahren 19,5 %. Das sind 0,7 %, 0,5 % und 0,6 % pro Jahr, mit Zinseszins gerechnet. CHF 10'000, die von 1995 bis 2025 als Bargeld lagen, verloren 16,3 % ihrer Kaufkraft: 2025 kauften sie nur noch, was CHF 8'368 im Jahr 1995 gekauft hatten.
Die Teuerung verläuft nicht gleichmässig. 2020 sanken die Preise um 0,7 %, 2021 stiegen sie um 0,6 % und 2022 um 2,8 %. Im August 2022 lagen sie 3,5 % höher als ein Jahr zuvor. Eine so hohe Teuerung gab es seit 1993 nicht mehr. Im August 2026 betrug die Teuerung 0,8 %.
Was kaufen CHF 10'000 später?
Die Obergrenze der Schweizerischen Nationalbank für Preisstabilität liegt bei 2 % pro Jahr. So viel können CHF 10'000 als Bargeld mit den Jahren noch kaufen, in heutigen Preisen, bei 2 % Teuerung:
- Heute: CHF 10'000.00
- Nach 10 Jahren: CHF 8'203.48
- Nach 20 Jahren: CHF 6'729.71
- Nach 30 Jahren: CHF 5'520.71
Nach 10 Jahren kaufen die CHF 10'000 noch so viel wie heute CHF 8'203.48, nach 20 Jahren wie CHF 6'729.71 und nach 30 Jahren wie CHF 5'520.71. Dasselbe in Franken, bei einer gleichbleibenden Teuerung von 1 %, 2 % und 3 %:
| Satz | Nach 10 Jahren | Nach 20 Jahren | Nach 30 Jahren |
|---|---|---|---|
| 1 % | 9'052.87 | 8'195.44 | 7'419.23 |
| 2 % | 8'203.48 | 6'729.71 | 5'520.71 |
| 3 % | 7'440.94 | 5'536.76 | 4'119.87 |
Bei 2 % pro Jahr sind die Preise nach 30 Jahren 1,81-mal so hoch wie heute. Die CHF 10'000 kaufen dann nur noch, was heute CHF 5'520.71 kaufen. Das sind 44,8 % weniger Kaufkraft, ohne dass ein einziger Franken das Konto verlassen hat.
Was heisst das für dein Geld?
Drei Folgen für alle, die sparen:
Bargeld verliert an Wert
Geld in der Schublade oder auf einem Konto ohne Zins bleibt gleich viel, kauft aber in jedem Jahr mit steigenden Preisen weniger.
Real oder nominal
Die nominale Rendite steht auf deinem Auszug, die
Warum Anlegen zählt
Damit dein Erspartes mehr kaufen kann, muss es mehr bringen als die Teuerung. Über Jahrzehnte heisst das meist: anlegen statt Bargeld halten.
Auch Sparkonten halten mit der Teuerung nicht mit. Im August 2026 lagen die publizierten Sparzinsen der Schweizer Banken laut der Schweizerischen Nationalbank im Durchschnitt bei 0,07 %. Die Preise stiegen um 0,8 %. Bargeld hat seinen Platz als
Der Haken
Eine tiefe Teuerung ist leicht zu übersehen, weil ein Jahr mit 1 % oder 2 % kaum auffällt. Aber sie wirkt wie ein
Die offizielle Zahl ist zudem ein Durchschnitt. Deine eigene Teuerung hängt davon ab, wofür du dein Geld ausgibst. Miete, Versicherungen oder Kinderbetreuung können schneller oder langsamer steigen als der Index. Die Krankenkassenprämien sind im Landesindex gar nicht enthalten, nur die Gesundheitsleistungen, die sie bezahlen.
Was die Nationalbank anstrebt
Die Schweizerische Nationalbank ist für stabile Preise zuständig und steuert sie vor allem über ihren
Das Wichtigste in Kürze
- —Die Teuerung verringert, was jeder Franken kauft, auch wenn die Zahl auf deinem Konto gleich bleibt.
- —Auch eine kleine Teuerung summiert sich: Bei 2 % pro Jahr verlieren CHF 10'000 in 30 Jahren 44,8 % ihrer Kaufkraft.
- —Es zählt die Realrendite: die Rendite nach Abzug der Teuerung.
- —Bargeld ist stabil in Franken, nicht in dem, was es kauft. Über lange Zeit gibt Anlegen deinem Ersparten die Chance, stärker zu wachsen als die Teuerung.