Zinsen
Was ein Zins ist, wie der SNB-Leitzins bei Sparkonten, Hypotheken und Obligationen ankommt und warum die Banken ihn nicht eins zu eins weitergeben.
Kernaussage
Im August 2026 lag der SNB-Leitzins bei 0 %. Die publizierten Sparzinsen betrugen im Durchschnitt 0,07 %, und eine SARON-Hypothek mit 3 Jahren Laufzeit kostete 1,10 % pro Jahr. Der Leitzins steuert den Zins, zu dem sich Banken über Nacht Geld leihen. Die Zinsen für Sparkonten und Hypotheken legen die Banken aber selbst fest, und die Zinsen für lange Laufzeiten bildet der Markt.
Was ist ein Zins?
Ein Zins ist der Preis für geliehenes Geld, in Prozent pro Jahr. Ihn zahlt, wer sich Geld leiht. Geld auf dem Sparkonto leihst du deiner Bank, also zahlt sie dir Zins. Bei einer Hypothek leihst du dir Geld, also zahlst du ihn.
Im Juni 2023 lagen die publizierten Sparzinsen der Schweizer Banken im Durchschnitt bei 0,53 %. CHF 10'000 brachten so CHF 53 im Jahr. Im August 2026 waren es noch 0,07 %, also CHF 7.
Von der SNB zu deiner Bank
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt einen einzigen Zins fest, den SNB-Leitzins. Er gibt an, wo sie die kurzfristigen Zinsen in der Schweiz haben will. Der SARON ist der Zins, zu dem sich Banken über Nacht Geld leihen, gegen Sicherheiten. Die SNB sorgt dafür, dass er nahe beim Leitzins liegt. Bewegt sich der SARON, ändern sich die Kosten der Banken, und sie passen an, was sie für Spargeld zahlen und für Kredite verlangen. Die SNB selbst schreibt, ihr Leitzins übertrage sich «indirekt» auf die Sparzinsen und Hypotheken:
SNB-Leitzins
0 %
unverändert seit 20. Juni 2025
SARON
−0,06 %
was Banken einander für Geld über Nacht zahlen, gegen Sicherheiten
Sparkonto
0,07 %
durchschnittlicher publizierter Zins
SARON-Hypothek
1,10 %
Laufzeit 3 Jahre
Im August 2026 lag der Leitzins bei 0 %, wie schon seit dem 20. Juni 2025. Der SARON stand Ende Monat bei −0,06 %. Die publizierten Sparzinsen lagen im Durchschnitt bei 0,07 %. Eine SARON-Hypothek, deren Zins dem SARON folgt, kostete bei 3 Jahren Laufzeit 1,10 % pro Jahr. Die beiden stehen nebeneinander: Den ersten zahlt dir die Bank, den zweiten verlangt sie.
Juni 2023 und August 2026
Die SNB erhöhte ihren Leitzins im Juni 2023 auf 1,75 % und senkte ihn danach Schritt für Schritt, bis er im Juni 2025 bei 0 % lag. So haben sich andere Zinsen in dieser Zeit bewegt, nach den Zahlen der SNB:
SNB-Leitzins
- Juni 2023: 1,75 %
- August 2026: 0 %
Sparkonto
- Juni 2023: 0,53 %
- August 2026: 0,07 %
SARON-Hypothek, 3 Jahre
- Juni 2023: 2,52 %
- August 2026: 1,10 %
Festhypothek, 10 Jahre
- Juni 2023: 3,00 %
- August 2026: 2,03 %
Bundesobligationen, 10 Jahre
- Juni 2023: 0,97 %
- August 2026: 0,47 %
Der Leitzins sank von 1,75 % auf 0 %, um 1,75 Prozentpunkte. Ein Prozentpunkt ist der einfache Unterschied zwischen zwei Zinsen: Von 2 % auf 1 % ist ein Punkt. SARON-Hypotheken folgten am stärksten, von 2,52 % auf 1,10 %, um 1,42 Punkte. Sparkonten bewegten sich am wenigsten, von 0,53 % auf 0,07 %, um 0,46 Punkte. Sie waren auch nie stark gestiegen.
Festhypotheken über 10 Jahre sanken von 3,00 % auf 2,03 %, um 0,97 Punkte. Der Zins für Bundesobligationen über 10 Jahre sank von 0,97 % auf 0,47 %, um 0,50 Punkte. Das ist etwa, was der Bund zahlt, wenn er sich für zehn Jahre Geld leiht.
Warum sich die Kurse von Obligationen bewegen
Festhypotheken und Obligationen hängen von den langfristigen Zinsen ab, den Zinsen für Geld, das man für viele Jahre ausleiht. Diese setzt der Markt fest, je nachdem, wohin er Zinsen und Teuerung erwartet. Sie können sich also bewegen, während die SNB stillhält. Von Ende Juni bis Ende August 2026 stieg der Zins für Bundesobligationen über 10 Jahre von 0,31 % auf 0,47 %. Der Leitzins blieb bei 0 %.
Steigen die Zinsen, verlieren bestehende
Der Haken
Die SNB bestimmt die Zinsen deiner Bank nicht. In ihren eigenen Worten: «Die Nationalbank kann die Zinsen in unserem Alltag und in den Finanzmärkten aber nicht einfach vorschreiben.» Die Banken geben Änderungen nur teilweise und mit Verzögerung weiter: Selbst mit einem Leitzins von 1,75 % stieg der durchschnittliche publizierte Sparzins höchstens auf 0,76 %, Anfang 2024.
Und es zählt der Zins nach Abzug der
Zinsen und Mieten
Die Mieten folgen den Hypothekarzinsen über den hypothekarischen Referenzzinssatz. Das Bundesamt für Wohnungswesen gibt ihn jedes Quartal bekannt: den Durchschnittszins der Hypotheken in der Schweiz, gerundet auf einen Viertelprozentpunkt. Im August 2026 lag er bei 1,25 %, wie schon seit dem 2. September 2025. Neue Werte erscheinen am ersten Arbeitstag im März, Juni, September und Dezember. Steigt er um einen Viertelprozentpunkt, darf die Vermieterin oder der Vermieter die Miete in der Regel um höchstens 3 % erhöhen, solange die Hypothekarzinsen unter 5 % liegen. Sinkt er, kannst du grundsätzlich eine Senkung um 2,91 % verlangen. Gestiegene Kosten dürfen damit verrechnet werden. SARON-Hypotheken machen laut dem gleichen Amt etwa einen Fünftel bis einen Viertel aller Hypotheken aus. Schau in deinem Mietvertrag nach, auf welchem Referenzzinssatz deine Miete beruht.
Das Wichtigste in Kürze
- —Ein Zins ist der jährliche Preis für geliehenes Geld. Ihn zahlt, wer sich Geld leiht.
- —Von Juni 2023 bis August 2026 sank der SNB-Leitzins von 1,75 % auf 0 %, der Zins auf dem Sparkonto nur von 0,53 % auf 0,07 %.
- —Die langfristigen Zinsen bildet der Markt. Sie können steigen, während die SNB stillhält, und dann fallen die Kurse von Obligationen.
- —Es zählt der Zins nach Abzug der Teuerung: Im August 2026 brachte das Sparkonto 0,07 %, und die Preise stiegen um 0,8 %.