Risiko und Rendite
Warum Anlagen, die mehr einbringen können, auch tiefer fallen, wie sich Sparkonto, Obligationen und Aktien bei Rendite und Schwankungen unterscheiden und warum mehr Risiko keine höhere Rendite garantiert.
Kernaussage
Anlagen, die mehr einbringen können, können auch tiefer fallen. Von 1900 bis 2025 wuchsen Schweizer Aktien um 6,8 % pro Jahr, Obligationen um 3,9 % und das Sparkonto um 2,8 %, jeweils mit Zinseszins. Aktien hatten aber auch das schlechteste Jahr: −34,0 % im Jahr 2008. Grössere Verluste nimmt nur in Kauf, wer dafür mehr Rendite erwartet. Dieses Mehr ist eine Chance, kein Versprechen.
Was bedeuten Risiko und Rendite?
Risiko heisst, wie stark eine Anlage schwankt und wie tief sie fallen kann. Rendite ist, was sie dir einbringt. Die beiden gehören zusammen: Die Anlagen mit der höchsten Rendite hatten auch die schlechtesten Jahre. Die sichersten bringen am wenigsten ein.
126 Jahre Sparkonto, Obligationen und Aktien
So haben sich Sparkonto, Obligationen und Aktien in der Schweiz von 1900 bis 2025 entwickelt. Jeder Balken reicht vom schlechtesten bis zum besten Kalenderjahr. Das Quadrat zeigt, um wie viel die Anlage pro Jahr gewachsen ist, mit Zinseszins gerechnet. Das ist die gleichmässige Jahresrendite, die aus dem Anfangsbetrag den Endbetrag macht. So viel hat verdient, wer die ganze Zeit dabeiblieb.
- Sparkonto: 0,0 % bis 5,1 %
2,8 % pro Jahr, mit Zinseszins
- Obligationen in Franken: −12,1 % bis +28,4 %
3,9 % pro Jahr, mit Zinseszins
- Schweizer Aktien: −34,0 % bis +61,4 %
6,8 % pro Jahr, mit Zinseszins
Der durchschnittliche Sparzins fiel nie unter null. Im schlechtesten Jahr brachte er fast nichts, 0,0 % im Jahr 2021, im besten 5,1 % (1992). Das Sparkonto wuchs um 2,8 % pro Jahr. Obligationen in Franken lagen zwischen −12,1 % (2022) und +28,4 % (1922) und wuchsen um 3,9 % pro Jahr. Schweizer Aktien lagen zwischen −34,0 % (2008) und +61,4 % (1985) und wuchsen um 6,8 % pro Jahr.
Die meisten Jahre waren viel ruhiger als diese Extreme: In zwei von drei Jahren lag die Rendite der Aktien zwischen −7,6 % und +23,1 %. Die Extreme musst du aber durchstehen. Nimm CHF 10'000 Anfang 2008: In Aktien waren es Ende Jahr noch CHF 6'595 (−34,0 %). In Obligationen wurden daraus CHF 10'453 (+4,5 %), auf dem Sparkonto CHF 10'090 (+0,9 %).
Warum Risiko bezahlt wird
Würden eine riskante und eine sichere Anlage dieselbe Rendite versprechen, würde niemand die riskante wählen. Anlagen, die tief fallen können, müssen deshalb im Durchschnitt mehr bieten, damit sie Käufer finden. Dieses Mehr heisst Risikoprämie. Mit
Nicht jedes Risiko wird bezahlt. Das Risiko, dass eine einzelne Firma scheitert, kannst du verteilen, indem du viele besitzt. Das ist
Der Haken
Mehr Risiko garantiert keine höhere Rendite. Es ist der Preis für die Chance darauf. Von 1962 bis 1981 wuchsen Schweizer Aktien nur um 2,30 % pro Jahr, mit Zinseszins gerechnet. Obligationen wuchsen um 4,82 %, das Sparkonto um 3,47 %. In diesen 20 Jahren wurden aus CHF 10'000 in Aktien CHF 15'772, in Obligationen CHF 25'636 und auf dem Sparkonto CHF 19'772.
Es gibt 107 Zeiträume von 20 Jahren, die in einem Jahr ab 1900 beginnen. In 82 davon schnitten Aktien besser ab als Obligationen, in etwa drei von vier, nicht in allen. Die Zeiträume überschneiden sich, es sind also weniger unabhängige Fälle, als es klingt. Wie lange du eine schlechte Phase aussitzen kannst, bestimmt dein
Woher die Zahlen kommen
Die Zahlen sind in Franken gerechnet, vor Gebühren und Steuern. Aktien und Obligationen stammen aus der Studie «Die langfristige Performance von Schweizer Aktien und Obligationen (1900–2025)» der Genfer Bank Pictet (Februar 2026). Die Zahlen zum Sparkonto haben wir selbst berechnet, aus den durchschnittlichen Zinssätzen für Spareinlagen, die die Schweizerische Nationalbank veröffentlicht. Ein einzelnes Konto kann schlechter abschneiden, etwa wenn seine Bank scheitert. Die Geschichte eines Landes ist nur ein möglicher Verlauf, und die nächsten 126 Jahre werden sie nicht wiederholen. Schau im Factsheet deines Fonds nach, wie viel er in seinem schlechtesten Jahr verloren hat.
Das Wichtigste in Kürze
- —Risiko und Rendite gehören zusammen: Die Anlagen mit der höchsten Rendite hatten auch die schlechtesten Jahre.
- —Von 1900 bis 2025 wuchsen Schweizer Aktien um 6,8 % pro Jahr, Obligationen um 3,9 % und das Sparkonto um 2,8 %, jeweils mit Zinseszins.
- —Ihr schlechtestes Jahr hatten Aktien 2008, mit −34,0 %. Der durchschnittliche Sparzins fiel nie unter null.
- —Mehr Risiko ist keine Garantie: Von 1962 bis 1981 wuchsen Schweizer Aktien langsamer als das Sparkonto.