Indexfonds
Wie ein Fonds, der einen Marktindex kopiert, statt Aktien auszuwählen, dir die Rendite des Marktes zu tiefen Kosten bringt und wie er sich von einem ETF unterscheidet.
Kernaussage
Ein Indexfonds kauft die Aktien der Firmen eines Index, mit denselben Gewichten oder nahe daran, und gibt dir die Rendite des Marktes, abzüglich einer kleinen Gebühr. «Indexfonds» sagt, was ein Fonds hält, «ETF», wie er gehandelt wird. Die meisten ETF sind Indexfonds, und Indexfonds gibt es auch als gewöhnliche Fonds, die du über deine Bank kaufst.
Was ist ein Indexfonds?
Ein Index ist eine Liste von Firmen, die nach festen Regeln ausgewählt werden, zusammen mit dem Gewicht, das jede erhält. Der SMI zum Beispiel umfasst die 20 grössten und liquidesten Schweizer Firmen. Ein Indexfonds kauft einfach, was auf der Liste steht, mit denselben Gewichten oder nahe daran, und passt sich an, wenn sich die Liste ändert. Niemand entscheidet, welche Aktien vielversprechend aussehen: Der Index entscheidet, und der Fonds folgt.
Das ist das Gegenteil eines aktiv verwalteten Fonds, bei dem das Fondsmanagement Aktien auswählt, in der Hoffnung, den Markt zu schlagen. Ein Indexfonds versucht das nicht. Er will der Markt sein, zu möglichst tiefen Kosten.
Wie folgt ein Fonds seinem Index?
Indizes wie der SMI und der SPI gewichten jede Firma nach ihrem Börsenwert: dem Wert ihrer frei handelbaren Aktien. Nimm einen erfundenen Index aus drei Firmen und CHF 1'000 in einem Fonds, der ihn abbildet:
| Firma | Wert, Mrd. CHF | Gewicht | Dein Geld |
|---|---|---|---|
| A | 300 | 60 % | 600.00 |
| B | 150 | 30 % | 300.00 |
| C | 50 | 10 % | 100.00 |
| Total | 500 | 100 % | 1'000.00 |
Steigt der Aktienkurs von Firma A um 10 %, steigt der Index um 6 %, weil A 60 % davon ausmacht. Dein Fonds steigt ebenfalls um 6 %, auf CHF 1'060, und das Gewicht von A wächst von selbst auf 62,3 %. Der Fonds musste nichts kaufen oder verkaufen, um mitzuhalten. Darum handeln Indexfonds wenig. Echte Indizes funktionieren nach demselben Prinzip, nur mit mehr Firmen: 20 im SMI, mehr als tausend in einem Weltindex.
Die Gewichtung nach Börsenwert lässt die grössten Firmen einen Index dominieren. Die SIX, die den SMI berechnet, begrenzt dort seit 2017 bei jeder vierteljährlichen Überprüfung das Gewicht jeder einzelnen Firma auf 18 %. Diese Kappung entspricht den Streuungsregeln der EU für Fonds.
Ein Indexfonds und ein
Was bringt dir ein Indexfonds?
Wer dem Index folgt, statt ihn schlagen zu wollen, erhält drei Dinge:
Tiefe Gebühren
Der Fonds muss keine Analystinnen und Analysten oder Stars im Fondsmanagement bezahlen und handelt wenig. Indexfonds gehören zu den günstigsten Fonds, die du kaufen kannst.
Kein Managerrisiko
Dein Ergebnis hängt nicht vom Urteil einer einzelnen Person ab. Auch nicht davon, ob sie den Markt falsch einschätzt, die Strategie wechselt oder den Fonds verlässt.
Die Marktrendite
Du hältst mit dem Markt Schritt, abzüglich einer kleinen Gebühr.
Wer einfach mit dem Markt Schritt hielt, war schwer zu schlagen. Das zeigt der SPIVA-Bericht des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices. In den 10 Jahren bis Ende 2025 blieben 84,07 % der aktiven Fonds, die in Schweizer Aktien anlegen und in Franken rechnen, hinter ihrem Index zurück oder wurden geschlossen. Der Bericht rechnet mit den Renditen nach den jährlichen Kosten. Die ganze Bilanz steht auf der Seite
Wie wählst du in der Schweiz einen aus?
Drei Fragen entscheiden das meiste:
- —Welcher Index? Der SPI deckt den Schweizer Markt ab, über 200 Firmen, mit ihren Dividenden. Ein Weltindex hält mehr als tausend Firmen in vielen Währungen und bringt deshalb
Währungsrisiko mit. - —Was kostet er? Im September 2026 lag die
TER von vier Indexfonds und ETF auf Schweizer Aktien bei 0,09 % bis 0,41 % pro Jahr. Die Seite «Aktiv vs. passiv investieren» vergleicht sie. - —Wo kaufst du ihn? Einen Indexfonds kaufst du über deine Bank, zu dem Preis, den der Fonds in der Regel einmal am Tag festlegt. Zeichnest du dabei neue Anteile eines Schweizer Fonds, kaufst du sie also direkt beim Fonds, fällt keine Stempelsteuer an. Einen ETF kaufst du an der Börse, über eine Bank oder einen Broker, während des Handelstags. Dazu kommen die Courtage und, bei einer Schweizer Bank oder einem Schweizer Broker, die
Stempelsteuer .
Der Haken
Ein Indexfonds gibt dir die ganze Rendite des Marktes, mit allen Einbrüchen. Fällt der Markt um 30 %, fällt dein Fonds um etwa 30 %. Niemand versucht, dem Einbruch auszuweichen, und niemand bringt dein Geld in Sicherheit. Und weil der Fonds Kosten hat und der Index nicht, bleibt der Fonds meist leicht hinter seinem Index zurück.
Das ist der Tausch: Du verzichtest auf jede Chance, den Markt zu schlagen, und fällst dafür nie weit hinter ihn zurück. Für viele, die über Jahrzehnte sparen, lohnt sich dieser Tausch, solange sie die schlechten Jahre aussitzen können, ohne zu verkaufen.
SMI oder SPI
Die bekanntesten Schweizer Indizes sind der SMI mit den 20 grössten und liquidesten Firmen und der SPI, der über 200 umfasst und fast den ganzen Schweizer Markt abdeckt. Der SMI ist ein Kursindex: Er lässt die Dividenden weg. Der SPI ist ein Performanceindex: Er enthält sie und misst so die
Das Wichtigste in Kürze
- —Ein Indexfonds hält, was sein Index hält, mit denselben Gewichten oder nahe daran, und muss wenig handeln, um mitzuhalten.
- —Ohne ein Team, das Aktien auswählt, gehören Indexfonds zu den günstigsten Fonds.
- —Du erhältst die Rendite des Marktes, mit jedem Einbruch, abzüglich einer kleinen Gebühr.
- —«Indexfonds» sagt, was ein Fonds hält, «ETF», wie er gehandelt wird: Viele ETF sind Indexfonds, aber nicht alle Indexfonds sind ETF.
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