TER (Gesamtkostenquote)
Was dir ein Fonds jedes Jahr für die Verwaltung verrechnet, warum ein Bruchteil eines Prozents über Jahrzehnte viel Geld ausmacht und was die TER weglässt.
Kernaussage
Die TER ist der jährliche Kostensatz eines Fonds, in Prozent deiner Anlage. Sie wird dem Fondsvermögen belastet: Du siehst nie eine Rechnung, nur eine etwas tiefere Rendite. Weil sie jedes Jahr auf einem wachsenden Guthaben anfällt, wächst der Unterschied mit. Auf CHF 50'000 zu 5 % pro Jahr bleiben dir mit einer TER von 1,5 % statt 0,2 % nach 30 Jahren CHF 63'744 weniger.
Was ist die TER?
Jeder Fonds hat laufende Kosten: die Verwaltungsgebühr, dazu Administration, Depotbank und Revision. Die TER, kurz für Total Expense Ratio, auf Deutsch Gesamtkostenquote, zählt sie zusammen und zeigt sie als jährlichen Prozentsatz deiner Anlage. Eine TER von 0,2 % heisst CHF 2 im Jahr pro CHF 1'000, die du im Fonds hast.
Du zahlst sie nie als Rechnung. Der Fonds nimmt sie über das Jahr verteilt aus seinem Vermögen. Sie zeigt sich also nur als etwas tiefere Rendite, und genau darum übersieht man sie leicht.
Was kosten 1,3 Prozentpunkte?
Zwei Fonds halten dieselben Anlagen und bringen beide 5 % pro Jahr vor Kosten. Der eine hat eine TER von 0,2 %, der andere von 1,5 %. Beide sind in der Schweiz realistisch. Im September 2026 kosteten die
Zieht man die TER von der Rendite jedes Jahres ab, bleiben 4,8 % und 3,5 %, und der Unterschied wächst mit
Nach 10 Jahren
- TER 0,2 %: CHF 79'906.63
- TER 1,5 %: CHF 70'529.94
Nach 20 Jahren
- TER 0,2 %: CHF 127'701.40
- TER 1,5 %: CHF 99'489.44
Nach 30 Jahren
- TER 0,2 %: CHF 204'083.78
- TER 1,5 %: CHF 140'339.69
Nach 10 Jahren ist der günstige Fonds auf CHF 79'906.63 gewachsen, der teure auf CHF 70'529.94. Nach 20 Jahren sind es CHF 127'701.40 gegen CHF 99'489.44, nach 30 Jahren CHF 204'083.78 gegen CHF 140'339.69.
Im ersten Jahr beträgt der Unterschied CHF 650: CHF 100 Gebühren gegen CHF 750. Nach 10 Jahren beträgt er CHF 9'376.69, nach 20 Jahren CHF 28'211.96 und nach 30 Jahren CHF 63'744.09. Ohne Kosten wäre das Geld auf CHF 216'097.12 gewachsen. Der günstige Fonds hat dich über die 30 Jahre also CHF 12'013.34 gekostet, der teure CHF 75'757.43, mehr als die CHF 50'000, mit denen du angefangen hast.
Warum lohnt sich der Blick auf die TER?
Eine kleine Zahl mit grosser Wirkung, aus drei Gründen:
Automatisch belastet
Sie wird übers Jahr aus dem Fondsvermögen genommen, ohne Rechnung. Du siehst sie nur in der Rendite.
Sie wächst gegen dich
Jeder Franken, der in Gebühren geht, bringt keine Rendite mehr, Jahr für Jahr.
Leicht zu vergleichen
Fonds veröffentlichen ihre TER. Von zwei Fonds auf denselben Index liegt der günstigere oft vorne.
Der Haken
Die TER enthält nicht alle Kosten. Die Courtage deines Brokers, die Schweizer
Ein besseres Mass für die Kosten im Fonds ist die Tracking Difference: wie weit seine Rendite hinter der des Index liegt, dem er folgt. Und der günstigste Fonds ist nicht automatisch der beste. Ein Fonds, der für dich das Falsche hält, ist bei jeder TER zu teuer.
TER in der Säule 3a
Dieselbe Rechnung gilt für die
Das Wichtigste in Kürze
- —Die TER ist der jährliche Kostensatz eines Fonds in Prozent deines Geldes. Sie wird im Fonds abgezogen, ohne Rechnung.
- —Auf CHF 50'000 zu 5 % pro Jahr bleiben dir mit einer TER von 1,5 % statt 0,2 % nach 30 Jahren CHF 63'744.09 weniger.
- —Fonds veröffentlichen ihre TER. Das macht sie zu den Kosten, die sich am leichtesten vergleichen lassen.
- —Sie enthält nicht alles: Courtage, Stempelsteuer, Kauf- und Verkaufsspanne und die Handelskosten des Fonds kommen dazu.
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