Aktiv vs. passiv investieren
Was den Versuch, den Markt zu schlagen, vom einfachen Besitz des ganzen Marktes unterscheidet, was die Bilanz aktiver Schweizer Aktienfonds zeigt und woher ihr Rückstand kommt.
Kernaussage
Aktiv investieren heisst, den Markt schlagen zu wollen, indem man auswählt, was man wann kauft. Passiv investieren heisst, den ganzen Markt über einen Indexfonds oder ETF zu besitzen. In den 10 Jahren bis Ende 2025 blieben 84,07 % der aktiven Fonds mit Schweizer Aktien hinter ihrem Index zurück oder wurden geschlossen. Nur etwa einer von sechs schlug ihn. Im September 2026 kosteten die aktiven Fonds in den Beispielen auf dieser Seite zudem 1,16 % bis 1,50 % pro Jahr, die Indexfonds 0,09 % bis 0,41 %.
Was heisst aktiv und passiv investieren?
Bei einem aktiv verwalteten Fonds entscheidet das Fondsmanagement, welche Aktien es kauft und wann, in der Hoffnung, besser abzuschneiden als der Markt. Ein passiver Fonds wählt nicht aus: Er hält, was ein Index hält, mit denselben Gewichten oder nahe daran, und erhält die Rendite des Marktes. So arbeitet ein
Was zeigen die Zahlen?
Der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices vergleicht regelmässig aktiv verwaltete Fonds mit einem Index des Marktes, in dem sie anlegen, in einem Bericht namens SPIVA. Fonds mit Sitz in Europa, die in Schweizer Aktien anlegen und in Franken rechnen, vergleicht er mit dem S&P Switzerland BMI. Das ist ein breiter Index des Schweizer Marktes, der die Dividenden mitzählt. So sieht die Bilanz für die Zeiträume bis Ende 2025 aus:
1 Jahr
- Hinter dem Index oder geschlossen: 83,40 %
- Besser als der Index: 16,60 %
3 Jahre
- Hinter dem Index oder geschlossen: 80,08 %
- Besser als der Index: 19,92 %
5 Jahre
- Hinter dem Index oder geschlossen: 87,95 %
- Besser als der Index: 12,05 %
10 Jahre
- Hinter dem Index oder geschlossen: 84,07 %
- Besser als der Index: 15,93 %
Über 1 Jahr blieben 83,40 % der Fonds hinter dem Index zurück oder wurden geschlossen, über 3 Jahre 80,08 %, über 5 Jahre 87,95 % und über 10 Jahre 84,07 %. Besser als der Index waren also 16,60 %, 19,92 %, 12,05 % und 15,93 %. Die Renditen der Fonds verstehen sich nach ihren jährlichen Kosten. Ein Fonds, der in dieser Zeit geschlossen oder mit einem anderen zusammengelegt wurde, zählt als einer, der den Index nicht geschlagen hat. Von den 182 Fonds zu Beginn der 10 Jahre gab es am Ende noch 68,68 %.
Ein Jahr zuvor, für die 10 Jahre bis Ende 2024, waren 75,00 % hinter dem Index zurückgeblieben oder geschlossen worden. Bei Fonds, die weltweit anlegen und in Euro rechnen, war die Bilanz noch deutlicher: 98,44 % blieben in den 10 Jahren bis 2025 hinter dem S&P World zurück oder wurden geschlossen.
Woher kommt der Rückstand?
In diesen 10 Jahren wuchs der Index um 7,31 % pro Jahr, mit Zinseszins gerechnet. Der durchschnittliche Fonds, jeder Fonds gleich gezählt, wuchs um 6,20 % pro Jahr. Auf CHF 10'000 ist das der Unterschied zwischen CHF 20'249 und CHF 18'249. Nach Grösse gewichtet, sodass grosse Fonds mehr zählen, lag der Durchschnitt bei 6,72 %: CHF 19'163. Auch ein Indexfonds bleibt hinter seinem Index zurück, um seine eigenen Kosten.
Ein Grund für den Rückstand sind die Kosten. Ein aktiver Fonds bezahlt sein Management und seine Analystinnen und Analysten und verrechnet das jedes Jahr, ob er den Index schlägt oder nicht. Das sind die jährlichen Kosten einiger Fonds, die in Schweizer Aktien anlegen, die TER oder die «laufenden Kosten» auf ihren Factsheets für September 2026:
Indexfonds und ETF
- iShares Core SPI ETF (CH): 0,10 %
- iShares SMI ETF (CH): 0,35 %
- Raiffeisen Index Fonds SPI: 0,41 %
- UBS Core SPI ETF: 0,09 %
Aktiv verwaltete Fonds
- Pictet CH Swiss Equities P: 1,16 %
- Raiffeisen Futura Swiss Stock A: 1,20 %
- UBS (CH) Equity Fund Swiss High Dividend P: 1,50 %
Unter den Indexfonds und ETF kostete der iShares Core SPI ETF (CH) 0,10 % pro Jahr, der iShares SMI ETF (CH) 0,35 %, der Raiffeisen Index Fonds SPI 0,41 % und der UBS Core SPI ETF 0,09 %. Unter den aktiv verwalteten Fonds kostete der Pictet CH Swiss Equities P 1,16 %, der Raiffeisen Futura Swiss Stock A 1,20 % und der UBS (CH) Equity Fund Swiss High Dividend P 1,50 %. Bei den Fonds von Pictet und UBS kann die verkaufende Stelle zudem Einstiegskosten von bis zu 5 % des einbezahlten Betrags verlangen. Das steht in ihren Basisinformationsblättern, den kurzen Merkblättern für Käuferinnen und Käufer.
Das sind Beispiele, keine Übersicht. Die Fonds sind genannt, damit du die Zahlen prüfen kannst, nicht als Urteil über einen von ihnen. Die aktiven verfolgen zudem eigene Ziele, etwa hohe Dividenden oder Nachhaltigkeitskriterien. Was ein Unterschied von 1,3 Prozentpunkten pro Jahr ausmacht, steht auf der Seite zur
Welche Formen hat aktives Investieren?
Aktiv investieren heisst nicht nur, dass ein Fondsmanagement Aktien auswählt. Auch wer selbst Aktien auswählt, investiert aktiv, etwa nach ihrem
Der Haken
Manche aktive Fonds schlagen den Index tatsächlich, über die 10 Jahre etwa einer von sechs. Schwierig ist, im Voraus zu wissen, welche. Einzelne Jahre schwanken stark. Von 2015 bis 2025 schlug die Mehrheit der Fonds den Index in 5 der 11 Jahre, laut den Jahreszahlen von SPIVA. 2016 blieben nur 22 % dahinter zurück. Auch bei den drei aktiven Fonds oben gibt es beides: In den fünf Jahren bis September 2026 lag laut ihren Factsheets einer vor dem SPI und zwei dahinter, nach ihren jährlichen Kosten.
Passives Investieren hat seinen eigenen Haken. Ein Indexfonds macht jeden Einbruch des Marktes mit. Und er hält, was der Index hält, mit dessen Gewichten, auch wenn nur wenige Firmen den grössten Teil davon ausmachen.
Was SPIVA nicht zählt
SPIVA zählt die Renditen der Fonds «net of fees, excluding loads»: nach den laufenden Kosten, aber ohne Ausgabe- und Rücknahmekommissionen wie die 5 % oben. Hast du einen Fonds mit einer solchen Kommission gekauft, schnitt er für dich also schlechter ab, als der Bericht zeigt. Auch die Factsheets lassen sie in ihren Performancezahlen in der Regel weg. Hältst du einen aktiven Fonds oder wird dir einer angeboten, nimm sein Factsheet und das eines Indexfonds auf denselben Markt. Vergleiche die jährlichen Kosten und die Rendite über 10 Jahre.
Das Wichtigste in Kürze
- —Aktive Fonds versuchen, den Markt zu schlagen. Passive Fonds halten einen Index und erhalten die Rendite des Marktes.
- —In den 10 Jahren bis Ende 2025 blieben 84,07 % der aktiven Fonds mit Schweizer Aktien hinter dem Index zurück oder wurden geschlossen.
- —Im September 2026 kosteten die Indexfonds in den Beispielen 0,09 % bis 0,41 % pro Jahr, die aktiven Fonds 1,16 % bis 1,50 %, manche mit einer Ausgabekommission von bis zu 5 %.
- —Manche aktive Fonds schlagen den Index, aber schwierig ist, im Voraus zu wissen, welche.
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