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Mischa Barmettler

Währungsrisiko

Warum Anlagen in fremder Währung in Franken schwanken, wie der steigende Franken die Renditen von Dollar-Anlagen langfristig geschmälert hat und wann sich eine Absicherung lohnt.

Kernaussage

Absichern lohnt sich vor allem bei Obligationen und bei Geld, das du in wenigen Jahren brauchst. Bei Aktien, die du lange hältst, ist es günstiger, die Schwankungen hinzunehmen, denn eine Absicherung kostet ungefähr den Zinsunterschied zwischen den beiden Währungen: beim Dollar am 9. Oktober 2026 rund 3,9 % im Jahr. Für dich zählt, was eine ausländische Anlage in Franken wert ist, der Währung, in der du dein Geld ausgibst. Steigt der Franken, kann eine Anlage in Dollar zulegen und in Franken trotzdem verlieren.

Was ist das Währungsrisiko?

Das Währungsrisiko ist der Einfluss der Wechselkurse auf den Wert deiner Anlagen in Franken, wenn sie in einer anderen Währung angelegt sind. Besitzt du einen US-Indexfonds, hat deine Rendite zwei Teile: wie sich der Fonds in Dollar entwickelt und wie sich der Dollar gegenüber dem Franken entwickelt. Den zweiten Teil siehst du auf einer Abrechnung in Dollar nicht. Er wird aber spürbar, sobald du das Geld zurückwechselst, um es hier auszugeben.

Ein Jahr, zwei Bewegungen

Nimm CHF 10'000, die du für ein Jahr in einen US-Fonds steckst, zu einem Kurs von 1 USD = CHF 0.80. Der Kurs ist ein Beispiel:

CHF 10'000 ein Jahr lang in einem US-Fonds

Zu Beginn

Fonds
USD 12'500.00
Kurs
1 USD = CHF 0.80
In Franken
CHF 10'000.00

Fonds +8 % in Dollar

Dollar −5 % gegenüber dem Franken

Ein Jahr später

Fonds
USD 13'500.00
Kurs
1 USD = CHF 0.76
In Franken
CHF 10'260.00

Für CHF 10'000 erhältst du Fondsanteile für USD 12'500.00. Ein Jahr später hat der Fonds 8 % zugelegt, auf USD 13'500.00. Der Dollar hat gegenüber dem Franken aber 5 % verloren, von CHF 0.80 auf CHF 0.76. In Franken ist der Fonds jetzt CHF 10'260.00 wert: ein Gewinn von 2,6 %, nicht von 8 %, denn 1,08 × 0,95 = 1,026. Wäre der Dollar stattdessen um 5 % gestiegen, auf CHF 0.84, wäre derselbe Fonds CHF 11'340.00 wert, ein Gewinn von 13,4 %. Am Fonds selbst lag der Unterschied nicht.

Warum es in der Schweiz besonders zählt

Der Franken ist über die Jahrzehnte gegenüber dem Dollar stark gestiegen. Am 4. Januar 1971 kostete ein Dollar CHF 4.3180, am 9. Oktober 2026 noch CHF 0.8308, nach den Zahlen der US-Notenbank Federal Reserve. In Franken verlor der Dollar 80,76 % seines Werts. Wer in der Schweiz Anlagen in Dollar hielt, hatte also langfristig Gegenwind, den man in den USA in der eigenen Währung nie spürt.

Das heisst nicht, dass Anlagen im Ausland ein Fehler sind: Weltweite Diversifikation (auf Englisch) lohnt sich weiterhin. Aber jede ausländische Anlage bringt eine zweite Quelle von Schwankungen (auf Englisch) mit, den Wechselkurs. Gegenüber dem Dollar hat der langfristige Trend gegen alle gearbeitet, die in Franken rechnen.

Was du dagegen tun kannst

Drei Möglichkeiten, von der günstigsten zur aktivsten:

Hinnehmen

Wer in vielen Währungen anlegt, verteilt die Schwankungen. Viele, die breit diversifiziert anlegen, nehmen sie einfach hin.

Absichern

Manche Fonds gibt es auch in einer Variante mit Absicherung in Franken, einer eigenen Anteilsklasse. Sie nimmt die Währungsbewegung heraus. Das kostet laufend, und du verzichtest auch auf Gewinne.

Mehr in Franken

Halte einen grösseren Teil in Anlagen in Franken, damit mehr von deinem Portfolio schon in der Währung liegt, in der du dein Geld ausgibst.

Eine abgesicherte Anteilsklasse legt den Wechselkurs im Voraus fest. Dafür nutzt sie Währungstermingeschäfte: Vereinbarungen, Währungen später zu einem Kurs zu tauschen, der heute festgelegt wird. Die Absicherung kostet ungefähr den Unterschied zwischen den kurzfristigen Zinsen der beiden Währungen. Am 9. Oktober 2026 lag der Zins für Geld über Nacht in Dollar bei 3,87 %, in Franken bei −0,04 %. Das sind der SOFR, den die Federal Reserve Bank von New York veröffentlicht, und der SARON, nach den Zahlen der Schweizerischen Nationalbank. Dollar in Franken abzusichern kostete also rund 3,9 % im Jahr. Darum lohnt es sich vor allem bei kurzen Horizonten oder bei vielen Obligationen (auf Englisch), wo die Währungsschwankungen die eigentliche Rendite übertreffen können. Bei Aktien, die du lange hältst, ist es günstiger, die Schwankungen als Teil der Diversifikation hinzunehmen.

Der Haken

Absichern ist nicht gratis, und es nimmt dir die Chancen genauso wie die Risiken. Das ist wichtig, denn Währungen bewegen sich nicht nur in eine Richtung: Am 2. Januar 1980 kostete ein Dollar CHF 1.5775, am 11. Februar 1985 CHF 2.7950. Wer Dollar hielt, hatte damit 77,18 % mehr. Niemand weiss, in welche Richtung das nächste Jahrzehnt geht. Darum ist weder alles absichern noch gar nichts absichern ein sicherer Weg.

Welche Währung zählt

Die Währung, in der ein Fonds gehandelt wird, ist nicht sein Währungsrisiko. Nimm einen ETF mit Sitz in den USA, der in Dollar notiert, aber Firmen aus der ganzen Welt hält. Er setzt dich vielen Währungen aus, nicht nur dem Dollar. Umgekehrt trägst du mit einem Fonds mit US-Aktien, den du in Franken an der SIX kaufst, trotzdem das Dollarrisiko, ausser seine Anteilsklasse ist in Franken abgesichert. Entscheidend sind die Währungen der Anlagen im Fonds, nicht die Währung, in der er an der Börse notiert. Schau im Factsheet deines Fonds nach, in welchen Ländern und Währungen er anlegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • —Deine Rendite ist die Rendite der Anlage plus die Bewegung der Währung, gemessen in Franken.
  • —Gegenüber dem Dollar war der steigende Franken langfristig Gegenwind: Von 1971 bis 2026 verlor der Dollar 80,76 % seines Werts in Franken.
  • —Eine Absicherung nimmt die Währungsschwankung heraus, kostet aber Geld und nimmt dir die Chancen genauso wie die Risiken.
  • —Entscheidend ist die Währung der Anlagen im Fonds, nicht die Währung, in der der Fonds an der Börse notiert.

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