Währungsrisiko
Warum Anlagen in fremder Währung in Franken schwanken, wie der steigende Franken die Renditen von Dollar-Anlagen langfristig geschmälert hat und wann sich eine Absicherung lohnt.
Kernaussage
Absichern lohnt sich vor allem bei Obligationen und bei Geld, das du in wenigen Jahren brauchst. Bei Aktien, die du lange hältst, ist es günstiger, die Schwankungen hinzunehmen, denn eine Absicherung kostet ungefähr den Zinsunterschied zwischen den beiden Währungen: beim Dollar am 9. Oktober 2026 rund 3,9 % im Jahr. Für dich zählt, was eine ausländische Anlage in Franken wert ist, der Währung, in der du dein Geld ausgibst. Steigt der Franken, kann eine Anlage in Dollar zulegen und in Franken trotzdem verlieren.
Was ist das Währungsrisiko?
Das Währungsrisiko ist der Einfluss der Wechselkurse auf den Wert deiner Anlagen in Franken, wenn sie in einer anderen Währung angelegt sind. Besitzt du einen US-
Ein Jahr, zwei Bewegungen
Nimm CHF 10'000, die du für ein Jahr in einen US-Fonds steckst, zu einem Kurs von 1 USD = CHF 0.80. Der Kurs ist ein Beispiel:
Zu Beginn
- Fonds
- USD 12'500.00
- Kurs
- 1 USD = CHF 0.80
- In Franken
- CHF 10'000.00
Fonds +8 % in Dollar
Dollar −5 % gegenüber dem Franken
Ein Jahr später
- Fonds
- USD 13'500.00
- Kurs
- 1 USD = CHF 0.76
- In Franken
- CHF 10'260.00
Für CHF 10'000 erhältst du Fondsanteile für USD 12'500.00. Ein Jahr später hat der Fonds 8 % zugelegt, auf USD 13'500.00. Der Dollar hat gegenüber dem Franken aber 5 % verloren, von CHF 0.80 auf CHF 0.76. In Franken ist der Fonds jetzt CHF 10'260.00 wert: ein Gewinn von 2,6 %, nicht von 8 %, denn 1,08 × 0,95 = 1,026. Wäre der Dollar stattdessen um 5 % gestiegen, auf CHF 0.84, wäre derselbe Fonds CHF 11'340.00 wert, ein Gewinn von 13,4 %. Am Fonds selbst lag der Unterschied nicht.
Warum es in der Schweiz besonders zählt
Der Franken ist über die Jahrzehnte gegenüber dem Dollar stark gestiegen. Am 4. Januar 1971 kostete ein Dollar CHF 4.3180, am 9. Oktober 2026 noch CHF 0.8308, nach den Zahlen der US-Notenbank Federal Reserve. In Franken verlor der Dollar 80,76 % seines Werts. Wer in der Schweiz Anlagen in Dollar hielt, hatte also langfristig Gegenwind, den man in den USA in der eigenen Währung nie spürt.
Das heisst nicht, dass Anlagen im Ausland ein Fehler sind: Weltweite
Was du dagegen tun kannst
Drei Möglichkeiten, von der günstigsten zur aktivsten:
Hinnehmen
Wer in vielen Währungen anlegt, verteilt die Schwankungen. Viele, die breit diversifiziert anlegen, nehmen sie einfach hin.
Absichern
Manche Fonds gibt es auch in einer Variante mit Absicherung in Franken, einer eigenen Anteilsklasse. Sie nimmt die Währungsbewegung heraus. Das kostet laufend, und du verzichtest auch auf Gewinne.
Mehr in Franken
Halte einen grösseren Teil in Anlagen in Franken, damit mehr von deinem Portfolio schon in der Währung liegt, in der du dein Geld ausgibst.
Eine abgesicherte Anteilsklasse legt den Wechselkurs im Voraus fest. Dafür nutzt sie Währungstermingeschäfte: Vereinbarungen, Währungen später zu einem Kurs zu tauschen, der heute festgelegt wird. Die Absicherung kostet ungefähr den Unterschied zwischen den kurzfristigen
Der Haken
Absichern ist nicht gratis, und es nimmt dir die Chancen genauso wie die Risiken. Das ist wichtig, denn Währungen bewegen sich nicht nur in eine Richtung: Am 2. Januar 1980 kostete ein Dollar CHF 1.5775, am 11. Februar 1985 CHF 2.7950. Wer Dollar hielt, hatte damit 77,18 % mehr. Niemand weiss, in welche Richtung das nächste Jahrzehnt geht. Darum ist weder alles absichern noch gar nichts absichern ein sicherer Weg.
Welche Währung zählt
Die Währung, in der ein Fonds gehandelt wird, ist nicht sein Währungsrisiko. Nimm einen
Das Wichtigste in Kürze
- —Deine Rendite ist die Rendite der Anlage plus die Bewegung der Währung, gemessen in Franken.
- —Gegenüber dem Dollar war der steigende Franken langfristig Gegenwind: Von 1971 bis 2026 verlor der Dollar 80,76 % seines Werts in Franken.
- —Eine Absicherung nimmt die Währungsschwankung heraus, kostet aber Geld und nimmt dir die Chancen genauso wie die Risiken.
- —Entscheidend ist die Währung der Anlagen im Fonds, nicht die Währung, in der der Fonds an der Börse notiert.