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Mischa Barmettler

Diversifikation

Warum du dein Geld auf viele Firmen, Regionen und Anlageklassen verteilen solltest, damit ein einzelner Ausfall dein Portfolio nicht ruiniert, und welches Risiko das nicht beseitigt.

Kernaussage

Diversifikation heisst, nicht von einer einzelnen Anlage abzuhängen. Steckt dein Geld in einer einzigen Firma und sie verliert 50 %, ist die Hälfte weg. Verteilst du es zu gleichen Teilen auf hundert, kostet dich derselbe Rückgang ein halbes Prozent. Diversifikation dämpft den Ausfall eines Teils, schützt dich aber nicht vor einem Einbruch des ganzen Markts.

Was ist Diversifikation?

Diversifikation heisst, dein Geld auf viele Anlagen zu verteilen, damit keine einzelne grossen Schaden anrichten kann. Firmen scheitern, kürzen ihre Dividenden oder fallen in Ungnade, manchmal ohne Vorwarnung. Steckt dein ganzes Geld in den Aktien einer einzigen Firma, sind ihre schlechten Nachrichten deine schlechten Nachrichten. Verteilt auf viele, wird ein einzelner Ausfall zu einer kleinen Delle. Steckt viel Geld in einer einzigen Anlage, spricht man von einem Klumpenrisiko.

Was passiert, wenn eine Firma die Hälfte verliert?

Nimm CHF 10'000, gleichmässig auf mehrere Firmen verteilt, und lass eine davon die Hälfte ihres Werts verlieren. Bei 20 Firmen zum Beispiel hält jede CHF 500, und der Rückgang kostet dich CHF 250:

Firmen im Portfolio Portfolio danach Veränderung
15'000.00−50,0 %
109'500.00−5,0 %
209'750.00−2,5 %
1009'950.00−0,5 %

Dieselbe schlechte Nachricht kostet dich mit einer Firma die Hälfte deines Geldes, mit hundert ein halbes Prozent. An der scheiternden Firma hat sich nichts geändert, nur daran, wie viel deines Geldes von ihr abhing.

Hundert Firmen musst du nicht einzeln kaufen. Ein breiter Indexfonds oder ETF hält sie mit einem einzigen Kauf. Der MSCI World, ein Index grosser und mittlerer Firmen aus 23 Industrieländern, umfasste Ende September 2026 1'249 Titel.

Worauf verteilst du dein Geld?

Diversifikation wirkt auf mehreren Ebenen zugleich:

Auf Firmen

Viele Firmen statt weniger, damit ein Ausfall, ein Skandal oder ein schlechtes Produkt kaum auffällt.

Auf Regionen

Verschiedene Länder und Währungen, damit der Einbruch einer Wirtschaft nicht der Einbruch deines ganzen Portfolios ist.

Auf Anlageklassen

Aktien und Obligationen verhalten sich verschieden. Obligationen fallen in einem Crash meist weniger und stabilisieren das Ganze.

Der Haken

Diversifikation dämpft den Ausfall eines Teils, schützt dich aber nicht vor einem Einbruch des Ganzen. Bricht der ganze Markt ein, etwa in einer Rezession oder einer Finanzkrise, fallen viele Aktien gemeinsam. Dann fällt auch ein Portfolio aus tausend Firmen: 2008 verloren Schweizer Aktien insgesamt 34,0 %. Verteilen senkt das Risiko einzelner Firmen, nicht das Marktrisiko.

Obligationen fangen den Schlag oft ab, aber nicht immer. Von 1900 bis 2025 verloren Schweizer Aktien und Obligationen in Franken in 8 der 126 Jahre beide an Wert, zuletzt 2022, wie die Seite zu den Anlageklassen zeigt. Wie viel du von jeder hältst, ist deine Asset Allocation. Und mehrere Fonds zu besitzen, heisst nicht automatisch, breit verteilt zu sein. Drei Welt-ETF, die grösstenteils dieselben Firmen halten, sind im Grunde eine einzige Anlage, dreimal gekauft.

Der Heimmarkt und der SMI

Viele Anlegerinnen und Anleger bevorzugen ihren Heimmarkt, wie die Schweizer Börse SIX festhält. In der Schweiz kann das heissen, vor allem Schweizer oder europäische Aktien zu halten. Dabei machte die Schweiz Ende September 2026 nur 2,1 % des MSCI World aus. Der SMI wiederum ist konzentriert: Ein ETF, der ihn nachbildet, hielt zum selben Zeitpunkt 45,7 % in Roche, Novartis und Nestlé (Factsheet des iShares SMI ETF). Dabei begrenzt SIX den Anteil jeder Firma bei der vierteljährlichen Überprüfung auf 18 %. Einige Schweizer Aktien können sinnvoll sein, weil sie kein direktes Währungsrisiko tragen. Ein Portfolio nur aus SMI-Aktien beruht aber auf wenigen Firmen und wenigen Branchen. Schau im Factsheet deines Fonds nach, wie viele Firmen er hält und wie viel davon in seinen zehn grössten steckt.

Das Wichtigste in Kürze

  • —Verteilst du dein Geld auf viele Anlagen, schrumpft der Schaden, den ein einzelner Ausfall anrichten kann.
  • —Verteil auf Firmen, Regionen und Anlageklassen, nicht nur auf mehrere Fonds, die dasselbe halten.
  • —Diversifikation senkt das Risiko einzelner Firmen deutlich, nicht aber das Marktrisiko: In einem Crash fallen viele Aktien gemeinsam.
  • —Ein breiter Indexfonds oder ETF ist der einfachste Weg, Hunderte oder Tausende Firmen auf einmal zu besitzen.

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