Opportunitätskosten
Worauf du verzichtest, wenn du dein Geld so oder anders einsetzt, warum ein Sparkonto etwas kostet, obwohl es wächst, und warum auch Anlegen seinen Preis hat.
Kernaussage
Opportunitätskosten sind der Wert der besten Möglichkeit, die du nicht gewählt hast. Lässt du Geld auf dem Sparkonto, verzichtest du auf das Wachstum, das es angelegt vielleicht gehabt hätte. Legst du es an, verzichtest du auf Sicherheit und schnellen Zugriff. Die Kosten wachsen mit der Zeit, und du kennst sie erst im Nachhinein.
Was sind Opportunitätskosten?
Opportunitätskosten sind das, worauf du verzichtest, wenn du dich für etwas anderes entscheidest: der Wert der besten Möglichkeit, die du nicht gewählt hast. Ein Franken kann nur an einem Ort sein. Liegt Geld auf dem Sparkonto, ist es nicht angelegt. Ist es angelegt, liegt es nicht sicher und griffbereit da.
Was kosten CHF 20'000 auf dem Sparkonto?
Nimm CHF 20'000 und zwei angenommene Renditen: 0,5 % pro Jahr auf dem Sparkonto und 5 % pro Jahr angelegt. Keine der beiden ist eine Prognose, und 0,5 % ist grosszügig: Im August 2026 lagen die publizierten Sparzinsen der Schweizer Banken laut der Schweizerischen Nationalbank im Durchschnitt bei 0,07 %. Mit dem Schieberegler änderst du die Zahl der Jahre:
- Sparkonto zu 0,5 % pro Jahr: CHF 22'097.91
- Angelegt zu 5 % pro Jahr: CHF 53'065.95
Unterschied, falls die Anlage 5 % bringt: CHF 30'968.04
Nach 20 Jahren liegen auf dem Sparkonto CHF 22'097.91, und das angelegte Geld ist auf CHF 53'065.95 gewachsen. Der Unterschied von CHF 30'968.04 ist, worauf du mit dem Sparkonto verzichtest, falls die Anlage wirklich 5 % pro Jahr bringt. Die Lücke wird jedes Jahr grösser, weil der
Kostet auch das Anlegen etwas?
Jede Wahl hat ihre eigenen Kosten:
Wer spart, verzichtet auf Wachstum
Du hast ein Guthaben, auf das du zählen kannst. Der Preis ist die grössere Summe, zu der das Geld hätte wachsen können.
Wer anlegt, verzichtet auf Sicherheit
Du hast die Chance auf mehr. Dafür kann ein Verlust Jahre dauern, und du kommst nicht immer schnell und zu einem guten Preis an dein Geld.
Warum der riskantere Weg tendenziell mehr bringt und warum nicht immer, erklärt die Seite
Wo verstecken sich Opportunitätskosten?
Opportunitätskosten stecken in alltäglichen Entscheiden. Eine Fondsgebühr wie die
Der Haken
Opportunitätskosten kennst du erst im Nachhinein. Die 5 % sind eine Annahme, und die Märkte liefern sie nicht jedes Jahr. Von 1962 bis 1981 wuchsen Schweizer Sparkonten um 3,47 % pro Jahr, mit Zinseszins gerechnet, Schweizer Aktien nur um 2,30 %. In diesen 20 Jahren war das Sparkonto die bessere Wahl. Die Zahl fürs Sparkonto rechnet mit den durchschnittlichen Sparzinsen, die die Schweizerische Nationalbank veröffentlicht. Die Zahl für Aktien stammt aus der Studie von Pictet zu Schweizer Renditen seit 1900.
Was das Sparkonto 2026 bringt
Im August 2026 lagen die publizierten Sparzinsen der Schweizer Banken im Durchschnitt bei 0,07 %. Die Preise waren laut dem Bundesamt für Statistik 0,8 % höher als ein Jahr zuvor. Erspartes verlor also an Kaufkraft. Zinsen sind ausserdem als Einkommen steuerbar. Bei einem Konto, das den Zins einmal im Jahr gutschreibt, fällt die
Das Wichtigste in Kürze
- —Opportunitätskosten sind der Wert der besten Möglichkeit, auf die du verzichtet hast.
- —Bei angenommenen 0,5 % und 5 % pro Jahr wachsen CHF 20'000 in 20 Jahren auf CHF 22'097.91 oder CHF 53'065.95, ein Unterschied von CHF 30'968.04.
- —Auch Anlegen hat seinen Preis: Du verzichtest auf Sicherheit und schnellen Zugriff.
- —Die Kosten kennst du erst im Nachhinein: Von 1962 bis 1981 schnitten Schweizer Sparkonten besser ab als Schweizer Aktien.