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Mischa Barmettler

Gesamtrendite

Kursveränderung plus Dividenden: die ganze Rendite einer Anlage, wie weit der SMI zurückbleibt, weil er die Dividenden weglässt, und was die Verrechnungssteuer mit ihnen macht.

Kernaussage

Die Gesamtrendite ist, was eine Anlage aus ihrer Kursveränderung und ihren Dividenden einbringt, als würden diese wieder angelegt. Der SMI, der Index von 20 der grössten Schweizer Firmen, zählt nur die Kurse. Der SPI, fast der ganze Markt, zählt auch die Dividenden. Von Ende 1996 bis Ende 2025 wuchsen CHF 10'000 im SMI auf CHF 33'655, im selben Index mit wieder angelegten Dividenden auf CHF 71'363 und im SPI auf CHF 72'533.

Was ist die Gesamtrendite?

Eine Anlage kann dir auf zwei Arten Geld einbringen: Ihr Kurs kann steigen, und sie kann dir unterwegs Erträge zahlen, etwa Dividenden aus Aktien oder Zinsen aus Obligationen. Die Gesamtrendite zählt beides, als würde jede Ausschüttung wieder angelegt. Sie misst, was eine Anlage insgesamt eingebracht hat. Der Kurs allein lässt das Geld weg, das sie dir ausbezahlt hat.

Was brachten 29 Jahre SMI mit und ohne Dividenden?

Der SMI, der Index von 20 der grössten Schweizer Firmen, ist ein Kursindex: Er folgt ihren Aktienkursen und lässt die Dividenden weg. SIX berechnet denselben Index auch mit allen Dividenden wieder angelegt, den SMIC. So viel wurde aus CHF 10'000, die Ende 1996 in jeden der beiden gesteckt wurden. Daneben steht der SPI, der Index fast des ganzen Schweizer Markts, der die Dividenden ebenfalls zählt:

Was aus CHF 10'000 in Schweizer Aktien wurde, angelegt Ende 1996

Ende 2005

  • SMI, nur Kurse: CHF 19'238
  • SMI mit Dividenden: CHF 22'147
  • SPI, mit Dividenden: CHF 22'861

Ende 2015

  • SMI, nur Kurse: CHF 22'368
  • SMI mit Dividenden: CHF 34'417
  • SPI, mit Dividenden: CHF 36'204

Ende 2025

  • SMI, nur Kurse: CHF 33'655
  • SMI mit Dividenden: CHF 71'363
  • SPI, mit Dividenden: CHF 72'533

Nach 9 Jahren, Ende 2005, waren aus den CHF 10'000 im SMI CHF 19'238 geworden, im SMI mit Dividenden CHF 22'147 und im SPI CHF 22'861. Nach 19 Jahren, Ende 2015, waren es CHF 22'368, CHF 34'417 und CHF 36'204. Nach 29 Jahren, Ende 2025, waren es CHF 33'655, CHF 71'363 und CHF 72'533.

Nur mit den Kursen wuchs das Geld um 4,27 % pro Jahr, mit Zinseszins gerechnet. Das ist die gleichmässige Jahresrendite, die zum selben Endbetrag führt. Mit den Dividenden waren es 7,01 %. Ein Unterschied von 2,74 Prozentpunkten pro Jahr summiert sich: Ohne die Dividenden fehlten vom Gewinn von CHF 61'363 ganze CHF 37'708. Das sind eigene Berechnungen aus den Schlusskursen, die SIX veröffentlicht, vor Kosten und Steuern.

Warum ist der Vergleich von SMI und SPI nicht fair?

Der SMI ist der bekannteste Schweizer Aktienindex, der SPI der breiteste. Sie unterscheiden sich aber gleich doppelt: Der SPI zählt die Dividenden, und er hält viel mehr Firmen, rund 200 gegenüber den 20 im SMI. Über die 29 Jahre wuchs der SPI um 7,07 % pro Jahr, mit Zinseszins gerechnet, nah an den 7,01 % des SMI mit Dividenden. Der grösste Teil des Abstands zwischen SMI und SPI sind also die Dividenden. Der Rest kommt von den verschiedenen Firmen.

SIX veröffentlicht auch den SPI ohne Dividenden. Seine öffentlichen Tagesschlusskurse reichen aber nur bis Dezember 1997 zurück. Von Ende 1997 bis Ende 2025 wuchsen CHF 10'000 darin nur mit den Kursen auf CHF 23'074, mit den Dividenden auf CHF 46'739. Vergleichst du einen Fonds mit einem Index, achte darauf, dass auch der Index die Dividenden zählt. Die Seite zu den Indexfonds erklärt das.

Was macht die Verrechnungssteuer mit den Dividenden?

Von gewöhnlichen Dividenden Schweizer Firmen sind bei der Auszahlung 35 % Verrechnungssteuer abgezogen. Der Index mit Dividenden legt aber jede voll wieder an, vor Steuern. 2025 stieg der SMI um 14,37 %, der SMI mit Dividenden um 18,03 %. Der Abstand von 3,66 Prozentpunkten ist etwas grösser als die Dividenden selbst, denn einmal wieder angelegt, stiegen sie mit dem Markt. Nach eigener Schätzung erhielten CHF 10'000 in den Firmen des SMI, Anfang 2025 angelegt, im Lauf des Jahres rund CHF 330 an Dividenden:

Dividenden auf CHF 10'000 in den Firmen des SMI, 2025
  1. Dividenden 2025

    rund CHF 330

    eigene Schätzung

  2. Auf dein Konto

    CHF 214

    mindestens

    und

    Für die Steuerverwaltung abgezogen

    CHF 116

    höchstens: 35 % der gewöhnlichen Dividenden

  3. Nach der Steuererklärung zurück

    CHF 116

    höchstens: was abgezogen wurde, sobald du die Aktien und die Dividenden deklarierst

Waren es nur gewöhnliche Dividenden, gingen CHF 116 an die Steuerverwaltung und CHF 214 auf dein Konto. Ausschüttungen aus den Kapitaleinlagereserven einer Firma, also aus Geld, das ihre Aktionärinnen und Aktionäre einst einbezahlt haben, können von der Verrechnungssteuer befreit sein. Mehr als rund CHF 116 wurden also nicht abgezogen. Wohnst du in der Schweiz und deklarierst die Aktien und die Dividenden in deiner Steuererklärung, erhältst du den abgezogenen Betrag zurück, meist im Folgejahr. Am Ende bekommst du so die ganze Dividende, die der Index zählt, nur später und ohne Zins. Wer die Steuer nicht zurückfordern kann, behält nur den Rest.

Der Haken

Neunundzwanzig Jahre eines einzigen Markts sind nur ein möglicher Verlauf. Die Zahlen beginnen Ende 1996, weil die Daten von SIX für den SMI mit Dividenden vor 1996 nicht den täglichen Bewegungen des SMI folgen. Ende 1996 ist deshalb das erste Jahresende, ab dem sich rechnen lässt. Ein anderer Beginn oder ein anderes Ende würde jede Zahl ändern, und dieser Beginn liegt kurz vor 1997, als der SMI um 59 % stieg. Die Zahlen gelten vor Fondskosten und Steuern. Und einen Index selbst kann niemand kaufen: Ein Fonds, der ihn nachbildet, verlangt eine Gebühr.

Auch «nur Kurse» stimmt nicht ganz. SIX kann ausserordentliche Dividenden, also einmalige Ausschüttungen neben der üblichen Dividende, auch im SMI wieder anlegen. Was der SMI weglässt, sind die regulären Dividenden und das Kapital, das eine Firma ihren Aktionärinnen und Aktionären zurückzahlt.

Steuern und der Vergleich mit dem Index

In der Schweiz werden die beiden Teile der Gesamtrendite verschieden besteuert. Kursgewinne auf Aktien in deinem Privatvermögen sind in der Regel steuerfrei. Dividenden zählen als Einkommen und werden zu deinem normalen Satz besteuert. SPI, SMIC oder «TR» für Total Return heissen, dass die Dividenden zählen. Neben dem blossen SMI sieht ein Fonds besser aus, als er ist. Such deshalb im Factsheet deines Fonds den Index, mit dem er sich vergleicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • —Die Gesamtrendite ist die Kursveränderung plus die Dividenden, als würden diese wieder angelegt.
  • —Von Ende 1996 bis Ende 2025 wuchsen CHF 10'000 im SMI nur mit den Kursen auf CHF 33'655, mit Dividenden auf CHF 71'363.
  • —Der SPI zählt die Dividenden und hält rund 200 Firmen. Fair verglichen wird der SMI deshalb mit dem SMI mit Dividenden.
  • —Von gewöhnlichen Schweizer Dividenden werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen. Wohnst du in der Schweiz, erhältst du sie zurück, wenn du die Aktien und die Dividenden deklarierst. Die Dividenden versteuerst du dann als Einkommen.

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